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Ich liebe meine Klitoris
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Warum akzeptieren wir Frauen diese Tortur?

Warum lassen wir es zu, dass unsere Vaginas beschnitten werden, so dass unsere Ehemänner sichergehen können, dass wir nicht von einem anderen flachgelegt wurden, dass wir nicht verführt werden? Ist unsere Sexualität so unkontrolliert, dass wir nicht entscheiden können mit wem und wann wir Sex haben, dass sich unsere Beine für jeden Beliebigen spreizen werden? Akzeptieren die Frauen in Afrika, akzeptieren wir, dass unsere Vaginas geschlachtet werden, um uns davon abzuhalten, dass wir uns in unserer Sexualität verlieren?

Natürlich akzeptieren wir in der „zivilisierten Welt“ solche Praktiken nicht – würde jeder sagen. Aber ich finde wir tun dasselbe, nur viel subtiler. Wir erlauben uns derart von unseren Partnern abhängig zu sein, dass wir z.B. nicht unsere volle sexuelle Freiheit leben. Wir „dienen“ unseren Männern beim Sex auf die Weise, dass es zunächst gut für sie sein soll und dann eventuell auch für uns. (Es gibt verschiedene Studien zur Orgasmusfähigkeit der Frau – Adler fand heraus, dass 80% der Frauen keinen Orgasmus während des Liebemachens erleben; Kinsey kam auf 75%.)
Warum tun wir das, warum tue ich das?

Auf der einen Seite ist es mein Wunsch die Verantwortung für mich nicht zu übernehmen, es soll jemand anderes für mein Glück (sexuelles und andere Arten) verantwortlich sein. Auf der anderen Seite habe ich bemerkt, dass ich Angst habe vor meiner eigenen Freiheit. Warum ist das so erschreckend? Was würde mir geschehen, wenn ich wirklich losließe? Wird mein Mann gehen (oder wird mein Vater wieder gehen), werde ich sitzen gelassen, ausgestoßen von der Gesellschaft, werde ich alleine sein – das ist eine schreckliche, entsetzliche Angst. Es hat nichts mit meinem Partner zu tun –  ich schneide mir selbst die „Klitoris“ ab, sobald ich einen Kompromiss eingehe. Ich kontrolliere mich und erlaube mir nicht frei zu sein – frei in dem Sinne, einfach glücklich zu sein im Leben, mit Freunden, Liebhabern, mich daran zu erinnern, dass mein Mann nicht der einzige Fisch im Meer ist, natürlich und ehrlich mir selbst gegenüber zu sein und zu wissen, dass mein Leben Teil eines viel größeren Bildes ist als jenes, welches ich gerade vor meinen Augen sehe.



Die Quellen:

I/II - http://www.fgmnetwork.org/Lightfoot-klein/prisonersofritual.htm
III  - http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/
IV  - http://www.guardian.co.uk/g2/story/0,3604,1485350,00.html