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Sexualkundeunterricht
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Erfahrungsbericht einer Grundschullehrerin und Mutter von drei Kindern

Wie ist es bestellt mit dem Sexualkundeunterricht in den deutschen Schulen?

„Wo komm ich eigentlich her?“
Der gleichnamige Film von Tom Mayle nach dem Aufklärungsbuch Thaddäus Trolls ist ein gern gezeigtes Medium im Sexualkundeunterricht deutscher Grundschulen. Liebe, Sex und Kinderkriegen in lockerer und durchaus nichts verschweigender Form: vom Orgasmus als Explosion der Herzen bis zum Spermienrennen als Schwimmwettkampf  - alles da.

Zu meiner Zeit gab es das nicht. Nicht in der Grundschule. Sexualkundeunterricht kam nämlich erstmals 1968 verbindlich in die bundes-deutschen Schulen, parallel mit dem Aufkommen der Antibabypille und den Aufklärungsfilmen von Oswald Kolle in den Kinos.

Und wie sieht nach fast einem halben Jahrhundert Erprobung, Durchführung, Änderungen die Sexualerziehung heute in den Schulen Deutschlands aus?
Es gibt sehr gute Rahmenbedingungen, was die Richtlinien, Lehrpläne und Methodik/Didaktik-Konzepte der einzelnen Bundesländer betrifft. www.sexualaufklaerung.de/cgi-sub/fetch.php?id=344
Es gibt hervorragende Materialien.

Und die LehrerInnen?
In meiner mittlerweile 18-jährigen Berufserfahrung habe ich Kollegen getroffen, die dieses Thema sehr gerne unterrichten und solche, denen es eher unangenehm ist. Wer offen und gerne unterrichtet, nimmt sich mehr Zeit dafür und scheut sich auch nicht Zeugung und Schwangerschaft in Klasse 4 ausführlich zu machen, weil die Schüler z.T. durch Vorpubertät anders sensibilisiert sind. Wer das und viele „weit reichende“ Fragen verhindern will, verlegt die Einheit gleich ins erste Halbjahr von Klasse 3.

Als Mutter von drei Kindern, stets begeistert gewesen von Schwangerschaften, Geburten und allem, was dazu gehört, unterrichte ich gerne Sexualkunde, gerne auch mit weit reichenden Fragen…Dazu meinte eine ehemalige Referendarin: Ob ich dies nicht einmal vor dem gesamten Hauptseminar zeigen könne – weil es nicht oft so authentisch, offen, praktisch unterrichtet würde. Und meine drei Kinder nach ihren mittlerweile vielfachen Unterrichtserfahrungen (bis fast vors Abitur) meinen, dass der Unterricht und die Lehrer nie verklemmt seien, immer sehr sachlich gewesen, „aber auch nicht so frei wie du“.