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Aktionen für die Menschenrechte der Frauen

Topless Jihad Day


Wer nackte Busen sehen will, muss auch die Parolen lesen!

Femen-Aktivistinnen setzen auf publikumswirksame Protestaktionen.

Im Sinne genug der Worte, wie einst die Suffragetten Anfang des 20. Jahrhunderts – jene Frauen. die vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Wieder sind es Frauen aus dem Bürgertum, die mit medienwirksamen Aktionen für die Menschenrechte der Frauen kämpfen. Unfassbar lange scheint es zu brauchen bis dieser Kampf für Gleichberechtigung ausgefochten werden muss. Diese Frauen sind extrem mutig wie die Aktionen auf den Webseiten der Femen-Aktivistinnen dokumentieren.

Femen hat den 4. April zum "Topless Jihad Day" ausgerufen (Tag des Oben-Ohne-Heiligen-Krieges), um Amina Tyler zu unterstützen, eine tunesische Aktivistin, die offensichtlich von den eigenen Eltern gefangen gehalten und unter Drogen gesetzt wird, nachdem die 19-Jährige sich mit freiem Oberkörper und Parolen fotografiert und die Bilder online gestellt hatte. "Mein Körper gehört mir, und er ist nicht Quelle von irgendjemandes Ehre" stand auf ihrer Haut zu lesen. Der tunesische Salafist Adel Almi forderte ihre Steinigung.

Während Aminas Familie mittels einer Anwältin bekannt gab, dass es der jungen Frau gut gehe, war von ihr selbst bisher nichts zu hören, was ihren Mitstreiterinnen große Sorge bereitet. Femen-Aktivistinnen in aller Welt ziehen am Donnerstag vor tunesische Landesvertretungen und vor Moscheen, um auf Aminas Situation aufmerksam zu machen.

Der letzte Auftritt war vor der ältesten Berliner – Moschee und dauerte zwar nur 10 Minuten, aber war alles im allem ein Medienerfolg. In Deutschland kann mit Fug und Recht da noch einiges getan werden. Frauen bekommen immer noch bis zu 25% weniger Lohn für die gleiche Arbeit und beschweren sich offensichtlich nicht dagegen oder zumindest nicht massiv genug. Im Bankwesen gibt es bisher keine einzige Frau in der obersten Führungsetage, was wiederum erstaunlich ist in Anbetracht von Frau Merkel, die sich offensichtlich dem patriarchalen Mainstream angeschlossen hat und sich nicht offensiv für die Rechte der Frauen einsetzt. Jetzt wo sie es am meisten könnte.

Die 2008 in der Ukraine gegründete Frauenrechtsorganisation ist zwar für viele Männer lästig, aber die Kraft, der Mut und die Energie, die hinter ihr steckt ist in ihrer Protestform zeitgemäß und auch effektiv, vor allem wenn sich dieser Protest weiterhin international so fortsetzt.

Alexandra Shevchenko ist eines der berühmtesten Gesichter von Femen. Die Mitbegründerin baut derzeit die Gruppen in Berlin und Paris auf. Das Femen-Manifest ist gerade in Frankreich als Buch erschienen: "Wir leben in einer von Männern beherrschten Welt: wirtschaftlich, kulturell und ideologisch (...) die Frau ist ihr Sklave, ihr Körper unterliegt in all seinen Funktionen der patriarchialen Kontrolle. Die Kontrolle des Körpers ist das Hauptinstrument ihrer Unterdrückung. Die weibliche Nacktheit, befreit von der patriarchialen Kontrolle, wird das System zu Grabe tragen..."
Nach Femen-Angaben hat die spendenfinanzierte Organisation weltweit mehr als 150.000 Anhängerinnen, die bereit sind, ihre Körper zu "Postern des Protests" zu machen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Feuer des Feminismus weiterhin lodert und nicht wieder gelöscht wird wie es offensichtlich immer wieder in der Geschichte der Frauenbewegung vorgekommen ist. Respekt vor den Femen-Aktivistinnen!