Ein 5 Millimeter breites OM-Symbol kollidiert mit christlichen Werten! Das pornographische Literatur-Angebot des „Weltbild“-Verlags, der zu 100% der katholischen Kirche gehört aber nicht!?!
Katholische „Verkehrs“-Polizisten

„Ist auch Ihnen die Sicherheit der Kinder im Strassenverkehr wichtig?“ Gesammelt werde für das in der lokalen Umgebung an alle Haushalte verteilte Verkehrsregeln-Malbüchlein
für Kinder. Als Gegenleistung wird im Büchlein ein Platz für ein Inserat proportional zur Grösse des gespendeten Betrags angeboten. Der Anrufer ist vom Informationsverlag GmbH, welche die Kampagne im Auftrag der christlichen Polizei-Vereinigung CPV leitet.
Ja, natürlich ist auch uns die Sicherheit der Kinder ein Anliegen. Zudem kann es als Zentrum einer tantrisch-spirituellen Gemeinschaft in den zentralschweizer Bergen nicht schaden, mit einer gutgesinnten Tat den Vorurteilen der ländlichen Umgebung etwas entgegenzuwirken. Der vierstellige Betrag wurde einbezahlt, das Inserat bunt und fröhlich gestaltet und dem Verlag rechtzeitig eingereicht… und wurde nie im Malbüchlein publiziert. Dies wurde uns allerdings erst klar, als vor einigen Wochen wieder eine telefonische Anfrage für ein „weiteres“ Inserat im Malbüchlein der CPV kam. Uns dämmerte langsam, dass wir unser erstes ja bisher gar nie zu Gesicht bekommen hatten. Nach hartnäckigem Nachfragen beim Verlag, stellte sich allmählich heraus, dass das bunt-fröhliche Inserat vom Präsidenten der christlichen Polizeivereinigung Schweiz, Herrn Felix Ceccato, höchstpersönlich „zensiert“ worden war, mit der knappen Begründung, dass unsere tantrisch-yogische Lehre mit ihren christlichen Werten kollidieren würden. Und wo jetzt die Geschichte schon aufgeflogen war, wurde uns der vierstellige Geldbetrag eilig wieder zurückbezahlt. Etwas in Richtung einer Entschuldigung blieb aus.
Kollisionen sind unter allen Umständen zu vermeiden, das wissen Polizisten natürlich besonders gut. Unser Inserat hat denn auch aufgrund eines 5 Millimeter breiten OM-Symbols und der Verbindung zu einer tantrisch-philosophischen Lehre ein Fahrverbot vor die Nase bekommen. Im jüngsten Skandal des „Weltbild“-Verlags, der zu 100% der katholischen Kirche gehört, scheinen die Verkehrsregeln der christlichen Doppelmoral und Scheinheiligkeit hingegen gründlich versagt zu haben: Seit das Fachmagazin "buchreport" im Oktober 2011 berichtete, dass die Verlagsgruppe massenweise pornographische Literatur im Angebot hat, wird nun zwar von den Bischöfen fleissig beteuert, dass der Vertreib „möglicherweise pornografischer Inhalte" durch ihre Verlagsgruppe in Zukunft unterbunden werde - ein Filtersystem habe versagt. Den Heiligenschein über der plötzlichen Eifrigkeit der Bischöfe, Spreu vom Weizen zu trennen, verblasst allerdings etwas aufgrund der Tatsache, dass die unermüdlichen Hinweise zahlreicher eifriger Katholiken von den höchsten Würdenträgern seit über zehn Jahren systematisch ignoriert worden waren. So stellte beispielsweise die Aktivistengruppe „Katholisches! Weltbild“ vor drei Jahren eine sorgfältig recherchierte Informationsmappe zahlreichen Bischöfen zu, welche den „unsittlichen“ Sachverhalt im Verlagshauses minuziös dokumentierte. Über die Hälfte der Adressaten ließ jedoch nicht einmal den Eingang bestätigen und beantwortete auch einen später nachgeschobenen Brief nicht.
Dass die Hüter der christlichen Werte ihre moralische Ampel bei ihrem Verlagskonzern, welcher rund 20% Marktanteil am deutschen Buchhandel und einen Jahresumsatz von 1.7 Milliarden Euro hat, nicht früher auf Rot wechselten, dürfte wohl auch damit zu tun haben, dass mit der Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung und Satanismus eine beachtliche Menge Geld verdient werden kann. Titel wie „Schlampen-Internat“, „Anwalts-Hure“, „Sex für Könner“, „Vögelbar“ etc. verkaufen sich prächtig, und so befinden sich insgesamt rund 2'500 pornographische Titel im Sortiment. Der einfache Katholike mag nun denken, dass mit den damit erzielten Gewinnausschüttungen ja auch viel Gutes bewirkt werden könne in der Welt, aber nicht einmal damit kann er sich trösten: Die gewaltigen Gewinne des Weltbilds wurden in dessen 30 jährige Geschichte stets wieder in den Konzern reininvestiert mit dem rein kapitalistischen Ziel, milliardenschwerer Marktführer zu werden.
So kommentiert „Die Welt“ am 25. Oktober 2011:
Seit 30 Jahren hantiert die katholische Kirche mit „Weltbild". Seit 30 Jahren ein Flirt mit Geld und Macht. Unter Missachtung ethischer und moraltheologischer Verpflichtungen hat sich die Kirche mit ihrem hauseigenen Konzern zu einem „Major Player“ im Mediengeschäft hochgepuscht. Dieser Weg nach oben hat Millionen an Kirchensteuergeldern verschlungen.
Wie dem auch sei, die Zeitungen sind in diesen Tagen wieder einmal voll mit Skandalgeschichten unserer lieben katholischen Kirche. Man mag die Schlagzeilen über die Doppelmoral der Bischöfe, Päpste und Kardinäle schon bald nicht mehr sehen. Wieder einmal wird uns bestätigt, was die katholischen „Sittenhüter“ seit Jahrhunderten praktizieren: Wasser predigen und Wein trinken. Oder, wie es „Die Welt“ passend auf die aktuelle Situation übersetzt: Keuschheit predigen und Pornos verkaufen.
Unser fröhlich buntes Inserat sparen wir uns nun vorläufig für eine andere Gelegenheit auf, werden aber zukünftig besser auf der Hut sein, um eine Kollision mit der katholischen Pornoindustrie zu vermeiden. Die noch immer regelmässigen Werbeanrufe vom Informationsverlag CPV wimmeln wir inzwischen mit wachsender Routine ab.
Geschrieben von: Damjan P. Bänninger,
President der KOMAJA Stiftung zur Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit mittels der Komaja Meditationsmethoden - Mittelurmi, Schweiz
www.komaja.org
Informations-Quelle: Artikel in „20-Minuten“ vom 27. Oktober 2011: Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen.
http://www.welt.de/vermischtes/article13679586/Katholische-Kirche-macht-mit-Pornos-ein-Vermoegen.html


